Schwerpunkt 04

Mittelstand und Handwerk stärken

Meine Haltung

Europas Wohlstand entsteht nicht nur in Konzernzentralen, sondern in Werkstätten und kleinen Büros.

Über 25 Jahre habe ich selbst kleine IT-Unternehmen gegründet und geführt. Ich weiß, wie es ist, wenn man Kunden, Mitarbeiter, Steuern und Vorschriften gleichzeitig im Blick haben muss – ohne Stabsabteilung im Rücken.

Bei KI droht jetzt eine neue Spaltung: Große Unternehmen haben eigene Teams, Budgets und Rechenleistung. Der Zehn-Personen-Betrieb und der Handwerksmeister haben das nicht. Wenn wir nichts tun, profitieren von der KI vor allem die, die ohnehin schon groß sind.

Mein Ziel: KI, die zum Handwerk und zum kleinen Mittelstand passt – bezahlbar, verständlich und aus Europa, sodass die Daten im Betrieb bleiben.

Das Problem

Je kleiner der Betrieb, desto seltener nutzt er KI.

Zahlen: Eurostat, „Use of artificial intelligence in enterprises“ (2025); EU-Kommission.

Meine Erfahrung

Technik muss in den Alltag des Betriebs passen – sonst bleibt sie ungenutzt.

Als Unternehmer und später als Berater habe ich viele kleine und mittlere Kunden durch Digitalisierungsprojekte begleitet. Erfolgreich war es immer dann, wenn eine Lösung ein konkretes Alltagsproblem gelöst hat und jemand da war, der sie erklärt hat. Genau so muss auch KI im Mittelstand ankommen.

Drei Vorschläge
Vorschlag 1

Wer investiert, wird entlastet

Investitionen in Digitalisierung, KI und IT-Sicherheit sollen kleine Betriebe sofort und vollständig steuerlich absetzen können. Die EU setzt dafür den gemeinsamen Rahmen, damit die Mitgliedstaaten das einfach und rechtssicher umsetzen können.

Vorschlag 2

Eigene europäische KI-Modelle für Handwerk und Mittelstand

Ein EU-Programm fördert offene Branchenmodelle – zum Beispiel für Angebote, Aufmaß, Normen und Dokumentation im Handwerk. Sie laufen auf europäischer Rechenleistung wie den KI-Fabriken der EU, und die Daten der Betriebe bleiben in Europa und im Betrieb.

Vorschlag 3

KI-Lotsen vor Ort

Handwerkskammern, IHKs und die europäischen Digitalinnovationszentren bekommen geförderte KI-Lotsen, die direkt in die Betriebe gehen. Dazu ein KI-Gutschein, der mit einem einzigen Formular beantragt werden kann – nicht mit zwanzig.

Außerdem wichtig

Betriebe brauchen Menschen, Nachfolger und faire Chancen auf Aufträge.

Woran man Erfolg messen kann
Kritische Fragen
Steuern sind Sache der Mitgliedstaaten. Was kann die EU da tun?

Die Steuersätze legen die Mitgliedstaaten fest, und das ist richtig so. Die EU kann aber einen gemeinsamen Rahmen schaffen, Beihilferegeln vereinfachen und über ihre Programme Anreize setzen – so, dass ein Betrieb in Baden-Württemberg ähnliche Bedingungen hat wie einer in Frankreich.

Warum eigene Modelle? Es gibt doch schon gute KI-Angebote.

Die gibt es, aber meist von wenigen außereuropäischen Anbietern. Wer seine Kalkulation, Kundendaten und sein Fachwissen dort hineingibt, macht sich abhängig. Offene europäische Modelle für einzelne Branchen sind kleiner, günstiger und bleiben unter unserer Kontrolle.

Ist das nicht wieder ein Förderprogramm, das nur die Großen abrufen?

Genau das will ich verhindern: Deshalb gehören Lotsen vor Ort und ein Ein-Formular-Antrag dazu. Wenn der Antrag mehr Zeit kostet als die Förderung bringt, ist das Programm gescheitert.